meine Stille Zeit mit Gott
Beziehung mit Gott

Meine Stille Zeit mit Gott (Teil 1)

Wir können jederzeit mit Gott in Kontakt treten. Sei es im Auto, am Arbeitsplatz oder da wo wir jetzt gerade sind. Während der stillen Zeit haben wir allerdings die Möglichkeit, uns zurück zu ziehen – von Ablenkungen geschützt – um bewusst Zeit mit Gott zu verbringen.

Was ist „Stille Zeit“ und für was ist sie gut?

Stell dir vor du würdest einen ganzen Tag lang nicht mit deinen Freunden, deinem Partner oder deinen Eltern reden. Du wüsstest gar nicht, was sie aktuell beschäftigt, was ihnen auf dem Herzen liegt – was sie bewegt. Irgendwann würdet ihr euch fremd werden, wenn der stetige Austausch ausbleibt.

Mit unserer Beziehung zu Gott ist es so ähnlich. Durch die Zeit und den Austausch mit Ihm können wir Gott näher kennen lernen. Wir können Ihm unser Herz ausschütten und Ihm erzählen, was uns beschäftigt – und außerdem erfahren, was seine Gedanken sind. Wie er ist. Was er für die Zukunft geplant hat.

Die Stille Zeit ist eine bewusste Zeit für und mit Gott. Sie ist eine Zeit zum Auftanken – neue Hoffnung und Kraft finden. Sie ist gleichzeitig eine Zeit des Austausches. Wir lernen Gott mehr kennen. Gleichzeitig kann Er unser Herz berühren und Dinge aufdecken.

In der stillen Zeit wird unsere Beziehung zu Gott gestärkt. Wir lernen ihn besser kennen, wie sehr er uns liebt und was er über uns denkt.

In ihr lernen wir außerdem Gottes Stimme besser zu hören. Das ist manchmal sehr herausfordernd. (Ich kann gerne in einem folgenden Blogartikel etwas dazu schreiben.) Aber gebt bitte nicht auf, mit Gott zu reden, ihm Fragen zu stellen und dann auch Raum zu geben – still zu werden und zu zu hören. Denn woher sollen wir wissen, was Er geplant hat oder was seine Gedanken sind, wenn wir ihn nicht fragen oder nicht zuhören?

My Secret Place – Wie sieht meine stille Zeit mit Gott aus?

Die stille Zeit mit Gott ist etwas sehr persönliches und kann unterschiedlich aussehen. Gleichzeitig gibt es viele Fragen dazu: Wie kann ich Gott am besten begegnen? Wie gestalte ich meine Stille Zeit? Wie integriere ich sie in meinen Alltag?

Darum möchte ich das Ganze in folgende Punkte aufteilen:

Wann? Der Zeitpunkt

Stille Zeit

Eine der wichtigsten Rahmenbedingungen für die Stille Zeit ist die Zeit selbst. Dazu gehören:

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Für die meisten ist es eine Herausforderung, sich in eine Art Routine für die Stille Zeit reinzufinden bzw. sich überhaupt dazu aufzuraffen. Oft ist man so im Alltag, dass es schwer ist, sich die Zeit rauszunehmen und aktiv diese mit Gott anstatt etwas anderem zu verbringen.

Darum ist für viele die Stille Zeit am Morgen praktisch. Wenn es das Erste ist, was man tut, ist man noch nicht in dem Trott, aus dem es schwerer ist auszubrechen. Die eigenen Gedanken sind noch nicht groß mit etwas anderem beschäftigt und lassen sich leichter auf die stille Zeit richten.

Eure stille Zeit muss allerdings nicht zwingend morgens sein. Für andere dagegen ist die Stille Zeit am Morgen gar nichts, weil sie da noch gar nicht fit und aufnahmefähig sind.

Frage: Wann ist für dich der richtige Zeitpunkt für deine stille Zeit mit Gott?

Wenn ihr euch noch nicht sicher seid, wann für euch der richtige Zeitpunkt ist, könnt ihr gerne mal beobachten, wann ihr im Verlauf des Tages am fittesten seid.

Ihr könnt natürlich auch gerne mit Gott darüber reden und Ihn fragen, was Er dazu meint. Schließlich geht es hier um eure persönliche Zeit zu zweit. ❤️

Vielleicht hilft auch folgendes Gedankenexperiment: Anstatt zu versuchen, die Zeit mit Gott in den Alltag irgendwie unterzubringen, können wir viel mehr unsere Zeit mit Gott in den Fokus setzen und unseren Alltag auf die Zeit mit Gott abstimmen. (Inspiriert von „All Things Alison Marie“)

Herausforderung: sich die Zeit nehmen

Es ist immer etwas los. Alle wollen irgendetwas von einem. Wo soll man sich da die Zeit hernehmen?

Im Alltag ist alles schnell. Alles und jeder will unsere Aufmerksamkeit. Da sich zurückziehen und sagen „Ich brauche meine Ruhe“ ist manchmal schwierig. Für manche scheint es womöglich auch egoistisch zu sein, eine solche Zeit für sich in Anspruch zu nehmen.

Vielleicht hilft dir dabei folgender Gedanke: Wenn du aus einer leeren Tasse schenkst, kannst du nicht viel weiter geben. Wenn du allerdings bei Gott auftankst und du überfließend voll mit seiner Liebe und Güte bist, befindest du dich in einer anderen Position. Dann schenkst du aus einer vollen Tasse. Eine Tasse, die so voll ist, dass sie überfließt und schon automatisch das verteilt, mit was sie gefüllt ist. Du kannst das volle Maß weitergeben, welches du empfangen hast.

(Vielleicht möchtest du die folgende und auch vergleichbare Bibelstellen näher lesen: Lukas 5, 16.)

Wie lange geht die Stille Zeit?

Das ist ganz unterschiedlich und da gibt es kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist, dass du eine qualitative Zeit mit Gott verbringen kannst. Wenn du morgens nur fünf Minuten hast und in diesen voll bei Gott auftanken kannst, ist das großartig!

Es gibt da einen interessanten Spruch. Ich weiß leider nicht mehr von wem er ist, aber vom Inhalt sagt er folgendes aus:

Wenn wir so viel zu tun haben und unser Zeitplan so voll gepackt ist, dass wir nicht einmal fünf Minuten finden, um Zeit mit Gott zu verbringen, brauchen wir eigentlich eine Stunde mit Ihm.

Versteht ihr was ich meine? Ich neige dazu tausend Aufgaben und Projekte gleichzeitig am Laufen zu haben und gleichzeitig sage ich ungern Nein, wenn mich jemand um etwas bittet. Da kann es schnell passieren, dass die Zeit mit Gott in Vergessenheit gerät. Doch gerade dann brauche ich sie besonders, um Seine Perspektive wieder zu bekommen, mich auf Ihn zu stützen, um zu erkennen, dass ich das Ganze aus einer Ruhe heraus angehen kann, anstatt mich zu stressen.

Wie oft hat man seine Stille Zeit?

„Muss ich überhaupt jeden Tag bzw. mehrmals in der Woche meine Stille Zeit machen?“ – Müssen tun wir gar nichts. Aber ich verstehe deinen Punkt. ❤️

Es besteht keine Pflicht oder so, regelmäßig Zeit mit Gott zu verbringen. Vielmehr denke ich aber, dass eine gewisse Notwendigkeit für diese Zeit besteht.

Wenn der Akku unseres Handys zu neige geht, schließen wir es schnellst möglich an den Strom an. Vielleicht eignet sich der Vergleich auch für uns: Wie oft müssen wir auftanken?

Ich selbst merke, wie ich mich verändere, wenn ich eine qualitative Zeit mit Gott hatte oder diese eben sehr lange nicht hatte:

Wenn ich lange keine tiefere Zeit mit Gott hatte, kann ich ziemlich unangenehm werden. Ich werde gestresst und gefrustet, behandle meine Mitmenschen schroffer und verliere schnell die Hoffnung.

Wenn ich dagegen eine tiefe Begegnung mit Gott hatte bin ich ganz anders: Ich bin dankbar, total überwältigt, wie sehr Er mich liebt. Ich bin viel gelassener, zuversichtlich, habe neue Hoffnung. Und ich habe den Drang, den Menschen um mich herum zu zeigen, wie wichtig sie mir sind und wie sehr ich sie liebe.

Also ja, ich bin überzeugt, dass wir dieses Zeit mit Gott brauchen. ❤️ Aber bitte ganz ohne Druck oder Zwang. Niemand erwartet von dir, ob, wie oft oder wie lange du deine „Stille Zeit“ machst. Du musst sie auch überhaupt nicht so nennen. Es geht einfach nur um dich und um Gott. ❤️

Und so wie ich Ihn kennen gelernt habe, freut sich Gott mega darüber, wenn wir Zeit mit Ihm verbringen. Er ist jederzeit da und wartet auf uns. ❤️

Der Morgen beginnt mit dem Abend

Kennt ihr diesen Spruch? Für mich ist er noch ganz neu und trotzdem hat er mir schon ein bisschen geholfen.

Wenn wir beispielsweise morgens früh aufstehen wollen, hilft es ungemein, wenn wir am Abend zuvor früh ins Bett gehen. Warum sollten wir diese Erkenntnis nicht auf für unsere Stille Zeit nutzen – besonders wenn wir diese beispielsweise morgens haben möchten?

Das könnte beispielsweise so aussehen:

  • Rechtzeitig ins Bett gehen
  • Benötigte Sachen evtl. schon griffbereit hinlegen
  • Ort schon vorbereitet (potentielle Ablenkungen entfernen)
  • Abends gedanklich schon bei Gott sein

Der letztere Punkt kann beispielsweise beinhalten, dass man vor dem Schlafengehen Lobpreis hört statt noch in Instagram zu scrollen. Das hatte ich schon ein paar Abende ausprobiert und tat erstaunlich gut. Meist wacht man dann am nächsten Morgen schon mit einem Lobpreislied als Ohrwurm auf.

Wo? Der Ort

Ort für stille Zeit

Wie kann ich ein Umfeld schaffen, in dem man sich fokussieren und Gott begegnen kann? Was hilft gegen das Abschweifen in Gedanken?

Ihr kennt es vermutlich vom Lernen: Stimmt das Umfeld, könnt ihr euch besser konzentrieren und produktiv voran kommen. Doch schon die kleinste Ablenkung kann die Lernatmosphäre stören und einen von der Konzentration abbringen.

So ähnlich ist es auch mit der Stillen Zeit. Es fällt uns dabei häufig leicht, abgelenkt zu werden oder etwas interessanteres als das, was vor uns liegt, zu finden.

Da es verschiedene Formen von Ablenkungen geben kann, möchte sie in zwei Kategorien aufteilen: Ablenkungen von außen und Ablenkungen von innen.

Ablenkung von außen

Ein stiller Ort für die stille Zeit: Um Unterbrechungen zu vermeiden, würde ich einen ruhigen Raum für euch allein empfehlen. Dazu könnt ihr gerne euren Mitbewohnern Bescheid geben, dass ihr Zeit mit Gott verbringt. Häufig haben sie Verständnis dafür und unterstützen einen vielleicht sogar dabei.

Einen Raum für sich: Selbst wenn andere Personen ganz still sind und sehr viel Rücksicht nehmen, kann es einen ablenken, wenn sie im gleichen Raum sind und ungewollt verhindern, dass man sich voll und ganz auf Gott und die Zeit mit Ihm einlassen kann. Wenn ein vollkommener Rückzugsort nicht möglich ist, könnt ihr beispielsweise auch raus gehen. Viele lieben es in der Natur während ihrer stillen Zeit zu sein – an einem Bach, im Wald oder an einem anderen ruhigen Ort.

Ablenkungen durch unser Handy: Am liebsten habe ich mein Handy auf stumm geschalten und weit weggelegt, damit es mich nicht mal ansatzweise stören kann. Falls du deine Bibel am liebsten über eine App ließt, kann es dir helfen, wenn du Benachrichtigungen deaktivierst oder den Flugzeugmodus einschaltest.

Meistens ist es aber trotzdem schwer, sich dabei nicht selber abzulenken. Vielleicht ist dann eine Bibel aus Papier besser. ❤️

Ablenkung von innen

Gedanken, die einen ablenken: Vielleicht geht es euch manchmal auch so, dass euch vor oder während der stillen Zeit auf einmal etwas einfällt, was ihr unbedingt noch machen müsst. Dann probiert es mal aus und nehmt euch einen Zettel, auf den ihr alles schriebt, was euch beschäftigt und legt ihn zur Seite. Wann immer ein neuer Gedanke auftaucht, könnt ihr ihn dort aufschreiben.

Wenn alles andere interessanter ist: Bestimmt kennt ihr es auch, wenn etwas im Blickfeld ist, was einen ablenkt oder wo die eigene Aufmerksamkeit immer wieder hinwandert. Im Idealfall beseitigt man diese Ablenkungen, in dem man sie wo anders hinlegt.

Vielleicht hilft aber auch die umgekehrte Herangehensweise: Räumt den Platz komplett leer und legt euch nur das hin, was ihr für eure stille Zeit braucht. Das kann sehr unterschiedlich sein und kommt stark darauf an, was ihr während eurer stillen Zeit macht. Und so kommen wir zum Wie und Was.

Frage: Wo kannst du deine Stille Zeit ungestört verbringen? Welche Vorbereitungen möchtest du treffen?

Wie und Was?

Wie kann ich mit Gott Zeit verbringen? Was macht man in der Stillen Zeit bzw. was kann man da überhaupt machen? Geht das nur beim Bibellesen? Oder auch anders?

Da das ein sehr großes Thema ist und viele verschiedene Fragen mit sich bringt, möchte ich darauf in dem nächsten Teil der „Stille Zeit“-Reihe eingehen. (coming soon …❤️)

Warum? Die Herzenshaltung

Selbst wenn man den richtigen Zeitpunkt und Ort gefunden hat, kann es schwer sein, sich aufzuraffen. Besonders wenn es noch keine Gewohnheit ist. Vielleicht habt ihr es auch schon oft versucht und keine Lust mehr, es nochmal zu versuchen.

Auch das würde ich gerne in dem zweiten oder vielleicht auch dritten Teil der „Stille Zeit“-Reihe behandeln, da es sehr gut zu dem Wie und Was passt.

Vielleicht interessiert euch dabei auch der Blogartikel „Leidenschaft für Gott neu entdecken“. Dort wird das Thema der Herzenshaltung schon ein bisschen angesprochen.

Hilfestellung für die Stille Zeit: Checkliste

Die nächsten Tage möchte ich euch gerne noch eine Art Checkliste zur Verfügung stellen, die ein paar der Punkte zusammenfasst. Die Checkliste werde ich nachträglich hier einfügen. Sie ist leider nur noch nicht fertig. 🙈

Schlusswort

Ich hoffe, dass euch die oben genannten Tipps für eure Stille Zeit mit Gott helfen. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, könnt ihr mir natürlich sehr gerne schreiben.

Seid mächtig gesegnet. ❤️

In Liebe

4 Kommentare

  • Lea

    Hi Jana!
    Ich habe zufällig deinen Blog entdeckt als ich neuerdings im Internet nach „Zeit mit Gott verbringen“ gesucht habe. Deine Texte sind sehr leicht zu lesen und verstehen und die ganze Seite sieht echt geordnet und schön aus. Ich finde es auch cool dass du so viele Bilder benutzt – das wirkt so erfrischend!
    Mach weiter so. 🙂
    Viele Grüsse,
    Lea

    • Jana

      Hallo liebe Lea,
      vielen lieben Dank! Es freut mich sehr, dass es dir so gut gefällt. ❤️
      Es war hier wieder etwas länger ruhig. Darum danke für deine Ermutigung!

      Viele Grüße
      Jana

      • Cristina Schmidt

        Hi Jana ich habe heute zufällig dich gefunden.
        Deine Texte ist genau was man braucht.
        Ich freue mich dass noch Leute sind die Gott wirklich kennen.
        Lg Cristina

        • Jana

          Hallo liebe Christina,
          Dankeschön für deine lieben Worte! ❤️ Leider hatte ich sie jetzt erst gelesen, darum Entschuldigung für meine späte Antwort. Es freut mich aber sehr, dass es dir gefallen hat.
          Liebe Grüße
          Jana

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